In eigenen Worten
Sein Leben verbringt er in Zusammenarbeit mit weltberühmten Künstler:innen wie Marina Abramović, Ulay, Jochen Gerz, VALIE EXPORT, Allan Kaprow, Ben Vautier und vielen mehr. Als Galerist, Produzent und sich stetig weiterentwickelnder Künstler hat Steiner keine Angst vor Veränderung – im Gegenteil. Der Herausforderung ins Auge sehend stürzt er sich zeitlebens kopfüber und mit Anlauf in neue Möglichkeiten, Stile, Sparten, Medien der Kunst. Nicht ohne Grund wird er als kritischer Vordenker seiner Zeit so nicht nur zum Gründer und Galerist der international legendären Berliner Studiogalerie und Produzenten weltbekannter Performancedokumentationen, sondern auch zum Pionier und Förderer der deutschen Videokunst
Steiner will niemals stagnieren, sich nicht an seiner Kunst langweilen. Also erfindet er sich stets neu, bedient sich unterschiedlichsten Stilen, Arbeitsmethoden und künstlerischen Ausdrucksmitteln: neben Malerei des Informel, des abstrakten Expressionismus und der Pop Art erschaff Steiner Minimal Art Objekte, Videoinstallationen und -skulpturen, Readymades, (De-)Collagen, Mail Art, Copy Art, Fotografien und natürlich Videokunst.
Von ihm geprägte Begriffe wie Painted Tapes und Vilm veranschaulichen den fließenden Übergang seiner Werke in unterschiedliche Gattungen und skizzieren seine besondere, intermediale Arbeitsweise.
Das „Künstler-Chamäleon“ Mike Steiner will mehr – also wird er zu dem umfassenden Künstler, dessen facettenreiches Werk wir heute Schritt für Schritt erschließen können.
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Das Œuvre Mike Steiners umfasst etliche Gattungen, Stile und Technik – zu keiner Zeit jedoch existiert in seinen Arbeiten eines für sich alleine. Anhand seines umfangreichen Gesamtwerks lassen sich die wichtigsten kunstgeschichtlichen Entwicklungen der 1960er bis -80er nachzeichnen. Die weitaus bedeutendste Rolle nimmt dabei Steiners Pionierarbeit in der Videokunst ein.
Ab den 80er Jahren kreiert er medienübergreifende Werke aus seiner Sicht als Videokünstler und fokussiert sich mit der Jahrtausendwende zunehmend auf eine aus seiner Videoästhetik entstandenen abstrakten Malerei. In seinen Painted Tapes propagandiert Steiner eine neue Ästhetik des Sehens, die er in seiner letzten Schaffensphase wiederum in abstrakte Malerei überführt. Mit der Jahrhundertwende entsteht so eine neue Form der abstrakten Malerei – From Tape to Paint.
Klaus-Michel Steiner wird am 8. Juli als zweites von drei Kindern des Dipl. Kaufmanns Klaus-Michel Steiner und der Dipl. Handelslehrerin Gerda Steiner, geb. Schacht, im ostpreußischen Allenstein (heute das polnische Olsztyn) geboren. Am 17. Juli wird er dort in der Kapelle des St. Marienkrankenhauses getauft, Paten sind Adolf Schacht (Allenstein) und Magarete Steiner (Berlin).
Seine Kindheit und Jugend verbringt er in (West-)Berlin.
Steiners Großvater väterlicherseits ist Schiffsarzt und trifft 1905 in der marokkanischen Hafenstadt Tanger ein. Dort wird im folgenden Jahr Steiners Vater geboren, woraufhin die Familie in Tanger verweilt und erst 1920 zurück nach Deutschland reist. In Berlin lässt sich die Familie nieder. Dort lernt Steiners Vater Gerda Schacht, die aus einem alten ostpreußischen Adelsgeschlecht stammt, kennen. Das Zuchtgestüt ihrer Familie bei Allenstein dient Steiners Familie während des Zweiten Weltkriegs als Rückzugsort – Steiners Vater ist Jude.